„Die Ausbildung würde ich sofort wieder machen!“ sagt unsere Kollegin und ehemalige Auszubildende Rebecca Howcroft

Unsere Kollegin Rebecca Howcroft wurde kürzlich vom Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL) interviewt. Frau Howcroft hat im vergangenen Jahr bei Forster die Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin erfolgreich abgeschlossen. Seitdem gehört sie zum Bereich Neubau und sorgt mit ihrem Team dafür, dass die erforderlichen Arbeiten zur Entstehung neuer Gärten fachgerecht ausgeführt werden.

Hier der komplette Bericht:

„Die Ausbildung würde ich sofort wieder machen“
Erfahrungen einer frischgebackenen Landschaftsgärtnerin

In Deutschland gibt es derzeit etwa 350 Ausbildungsberufe… und infolge der ständigen Veränderungen von Arbeitsbedingungen und Berufsfeldern kommen jedes Jahr neue hinzu. So schön es einerseits ist, aus einer großen Angebotsbreite auswählen zu können, so schwer gestaltet sich die Entscheidung für die Schulabsolventen im Einzelfall. Berufsverbände betreiben Internetseiten und bieten Berufsberatungen an, die den potenziellen Auszubildenden die Entscheidung erleichtern. Was macht man gerne, welche Erfahrungen bringen Schülerinnen und Schüler aus der eigenen Familie und dem Freundeskreis mit, welche besonderen Fähigkeiten und Interessen geben Anhaltspunkte für eine berufliche Richtung? Neige ich eher zu handwerklicher oder zur Bürotätigkeit, soll es in Produktion oder Dienstleistung gehen – mit solchen Fragen lässt sich das breite Spektrum schon ganz gut eingrenzen. Thomas Wiemer, Referent für Nachwuchswerbung und Weiterbildung beim Ausbildungsförderwerk des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (AuGaLa e. V.), kennt diese Fragen aus vielen Gesprächen auf Ausbildungsmessen. „Die meisten Schulabsolventen interessieren sich für nicht mehr als eine Handvoll Ausbildungsberufe. Oft sind es auch bestimmte Klischees, zum Beispiel die von typisch männlichen und typisch weiblichen Berufsbildern. Den Vorurteilen nach seien Männer handwerklich und technisch, Frauen dagegen eher für Dienstleistungsberufe begabt. Das ist allerdings längst und vielfach widerlegt – Berufe haben kein Geschlecht!“

Naturverbundene Praktiker gesucht

Rebecca Howcroft (25), hat vor einem Jahr ihre Ausbildung zur „Gärtnerin Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau“, kurz Landschaftsgärtnerin, erfolgreich abgeschlossen. Auf die Frage, wie sie zu der Entscheidung für genau diesen Beruf gekommen ist, antwortet sie konkret: „Ich habe nach dem Abitur Chemical Engineering studiert, dann aber schnell gemerkt, dass mir die Perspektive eines Bürojobs gar nicht gefiel. Da ich schon als Kind gerne im Garten mitgearbeitet habe, lag es nahe, ein Praktikum in einem grünen Unternehmen zu machen. So bin ich erst auf den Garten- und Landschaftsbau gekommen und war total begeistert von der Arbeit.“

Landschaftsgärtner verändern die Welt

Vor allem die enorme Breite an Möglichkeiten, sich innerhalb des Berufsfeldes zu entwickeln und weiterzubilden, sieht sie als großen Vorteil des Garten- und Landschaftsbaus (GaLaBau). „Man muss schon gerne auch körperlich arbeiten und darf keine Angst vor dem Wetter haben“, sagt sie lachend, „aber ich bin immer wieder auch kreativ und beratend aktiv.“ Ob Frauen oder Männer, Jugendliche, die sich für die Natur interessieren, die vielfältig arbeiten und Beiträge zur Gestaltung des Lebensumfelds der Menschen leisten wollen, finden im GaLaBau eine hochinteressante Perspektive. Charakteristisch für den Alltag eines Landschaftsgärtners ist außerdem die Teamarbeit: „Wir arbeiten überwiegend in Gruppen zu dritt oder mehr an einer Baustelle“, betont die engagierte Landschaftsgärtnerin, „und für wirklich schwere Arbeiten gibt es maschinelle Unterstützung.“ Langeweile kann es nicht geben. Gärtner der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau arbeiten in großen und kleinen Gärten, in Parks und auf Sportplätzen, auf Dächern und an Fassaden.

Immer wieder etwas Neues

In der dreijährigen Ausbildung lernen Landschaftsgärtner parallel im Ausbildungsbetrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Lehrgängen die Breite des Berufsfeldes kennen. Theorie und Praxis sind im GaLaBau eng verzahnt – von den Pflanzenkenntnissen über technische Fähigkeiten bis zur Massenberechnung von Substraten oder anderen Baumaterialien sind Landschaftsgärtner gefordert. Rebecca Howcroft: „Jeder Garten ist anders, die Wünsche und Erwartungen der Kunden sind unterschiedlich, zu verschiedenen Jahreszeiten stehen andere Arbeiten an – es gibt eigentlich jeden Tag etwas Neues zu erleben und zu lernen.“ Nun, mit dem Abschluss in der Tasche, freut sich Rebecca auf die nächste Stufe: Ihr Ziel ist es, nach zwei Berufsjahren zur Meisterschule zu gehen. „Ich will auf jeden Fall in der Praxis bleiben. Dass ich das Ergebnis der Arbeit direkt sehe und ich mich gemeinsam mit den Kunden daran freuen kann, macht mich immer wieder stolz.“

Ihr Tipp für Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die noch nicht genau wissen, welchen Beruf sie erlernen wollen ist: soviel wie möglich auszuprobieren. „Macht Praktika in verschiedenen Bereichen und in verschiedenen Betrieben. Sprecht mit Menschen, die Berufserfahrung haben und beobachtet euch selbst, woran ihr Freude habt und was euch leicht von der Hand geht.“ Und Referent Wiemer ergänzt: „In unserem Beruf sind Frauen genauso gerne gesehen wie Männer. Viele unserer Betriebe engagieren sich deshalb zum Beispiel beim Girls’Day und Boys’Day und bieten Schülerinnen und Schülern frühzeitig Einblick in die Möglichkeiten einer beruflichen Entwicklung im Garten- und Landschaftsbau.“ Mehr Informationen, eine Liste von Ausbildungsbetrieben in ganz Deutschland und Tipps für freie Praktikums- oder Ausbildungsplätze finden Interessierte auf www.landschaftsgaertner.com.

(Text und Foto: BGL)

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